September 18, 2017

ethisch Verkaufen

Wie bitte?

Ethisch verkaufen? Was soll das denn bitte sein?
Sowas gibt es nicht, hat mir mal eine Kunde gesagt.
Das wäre ja, wie Fremdgehen mit Ankündigung. Unmöglich!

Aber ist es wirklich so abwegig, seine Kunden nicht zu übervorteilen, sondern ihnen klar zu sagen, dass die nächste Produktgeneration besser und preiswerter sein wird, weil man sofort um den Abverkauf der noch laufenden Produktion fürchtet?

Hat man die letzte Phase des Produkt-Lebenszyklus einfach „vergessen“ und die Dummheit des Kunden eingepreist?
Oder kann man der Gier wiederstehen, auch noch die letzten 20% Umsatzrendite einzuschummeln?

Bekommen Kunden nicht sowieso mit, wenn es „zu spät“ ist und wenden sich dann enttäuscht ab?
Wer kennt als Unternehmer nicht das Gefühl, dass die Kunden weglaufen, sobald sie anderswo einen kleinen Kostenvorteil sehen?
Ehtische Unternehmer kennen dieses Gefühl nicht.

Und wer befasst sich ernsthaft mit sowas?

Prof. Dr. Christoph Lütge zum Beispiel. Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsethik an der Technischen Universität München (TUM School of Education). Die Liste alleine der durch ihn betreuten Dissertationen wird immer länger (siehe Link). Er betreut u.A. auch den Bereich Corporate Social Responsibility, den der Gesetzgeber Anfang 2017 im Deutschen Bundestag mit dem verabschiedeten“ CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz“ in nationales Recht gegossen hat.

Oder Karl Homann (Jahrgang 1943). Er war bis 2008 Inhaber des Lehrstuhls Philosophie und Ökonomik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Gemeinsam mit seinen Schülern entwickelte er den institutionenökonomischen Ansatz zur Wirtschaftsethik. Er gilt als Begründer der modernen Wirtschaftsethik. Ökonomik in Form des ökonomischen Prinzips ist für ihn eine Methode, mit Knappheit rational umzugehen. Deshalb ist Ökonomik für ihn nicht nur auf den Bereich der Wirtschaft, sondern auch auf andere Lebensbereiche wie das Recht, die Politik und eben auch auf die Ethik anwendbar.

In der Wikipedia wird zitiert, dass Homann sich wehrt, gegen eine dualistische Entgegensetzung von Moral und Wirtschaft. Wirtschaft sei eines der Teilsysteme der Gesellschaft, das nicht unabhängig von anderen betrachtet werden könne. Ethik sei eine bestimmte Sichtweise auf diese Teilsysteme. Ethik und Ökonomik seien zwei Diskurse über dieselben menschlichen Handlungsprobleme.

Zitat Karl Homann: „In der öffentlichen Diskussion, in der Politik und in den Medien werden wirtschaftsethische Probleme nicht selten durch eine dualistische Brille betrachtet. Moral und Wirtschaft, Ethik und Ökonomik, Ökologie und Ökonomie, Solidarität und Wettbewerb werden gegeneinander ausgespielt. […] Ausgeblendet wird dabei aber vor allem die Möglichkeit, Ethik und Ökonomik als zwei Seiten einer Medaille zu sehen, nicht als einander ausschließende Alternativen, sondern als zusammengehörige Zwillingsschwestern.“

Was bedeutet das für uns?

Für Sie und mich bedeutet das, dass es einen Ausweg gibt aus dem scheinbaren Dilemma „Macht oder Moral“ / „Geld oder Gewissen“. Die Erkenntnisse der mordernen Wirtschaftsethik gleichen (ähnlich denen der Nachhaltigkeitsdebatte) verblüffend oft den simplen Erkenntnissen im Handwerk oder in Familien-Unternehmen, die langjährige Beziehungen pflegen, ehrlich zu Kunden und Mitarbeitern sind und sich nicht von kurzfristigen Kapital-Interessen korrumpieren lassen, weil sie an der entscheidenen Stelle nicht 100% Gewinnmaximierung sondern vielleicht „nur“ 80% erzielen müssen oder wollen.

Meine zehn Keime zum ethsichen Verkaufen

Lassen Sie uns anfangen.

Mit Ihren besten Verkäufern.
Mit Ihren Kundendiensttechnikern.
Mit Ihrem Qualitätsmanagement.

Und, ganz nebenbei; „Bekanntgehen“ mit Ankündigung, also die einvernehmliche Form mit mehr als einem Partner ins Bett zu gehen und sogar Verantwortung, Unterstützung, Wohlwollen und Mitfreude für eine größere Wahlfamilie zu erfahren, nennt sich Polyamorie…

Das scheinbar Unmögliche ist oft der einzige Weg, wenn man radikal neu denkt. Klicken Sie mal oben im Hauptmenue darauf und besuchen Sie eine Veranstaltung von mir zum Thema. Oder rufen Sie mich an: 0170 – 479 20 77