September 28, 2017

Train the Trainer und Reformpädagogik

Die Zeiten von Frontalunterricht und Abschreib-Übungen sind vorbei.
Zumindest, wenn man effektiv mit seiner Lern- und Lebenszeit umgehen will.
Meine Berufung ist die Arbeit mit Menschen. Ihre auch?

Hier eine Lernsituation an einer Berufsschule, in der erwachsene Teilnehmer selbst erarbeitete Inhalte vortragen:

Was bedeutet Reformpädagogik?

Pestalozzi -, Waldorf- & Montessori-Pädagogik, Lernen durch Lehren, Suggestopädie, Selbstorganisiertes & Projektlernen, Wald-, Wild- und Erlebnispädagogik sowie explorative Workshopformate in der Schul- und Erwachsenenbildun. Kurz, alles was dem Menschen hilft, selbst auf den Trichter zu kommen.

Sie kennen doch das Bild des „Nürnberger Trichters“? Das geflügelte Wort geht auf den Titel eines Poetiklehrbuchs des Begründers des Pegnesischen Blumenordens und Nürnberger Dichters Georg Philipp Harsdörffer (1607–1658) zurück. Auf Grund der Verbreitung des Werks wurde der Ausdruck „Nürnberger Trichter“ eine gängige Redewendung. Was damit gemeint ist, kann jeder beschreiben, der schon mal für eine Prüfung gelernt und hinterher wieder alles vergessen hat…

Wer es anders macht und seine Mitarbeiter, Führungskräfte und Lehrer (vornehmlich in der Erwachsenenbildung) weiter bringen möchte, setzt auf sog. explorative Methodik und Didaktik. Formate, bei denen die Teilnehmer aktiviert werden, sich selbst um den Lernprozess zu kümmern, mit anderen Teilnehmer zu interagieren, idealerweise in einer entspannten und anregenden Umgegung oder der Natur. Doch ohne die entsprechende Methodenkompetenz fällt es uns schwer, Menschen zu motivieren.

Sie kennen bestimmt auch das Katz- und Maus-Spiel um intrinsische und extrinsische Motivation. Die Frage, welche Motivatoren beim Teilnehmer vorliegen und welche für die Arbeit relevant sind? Umsatz, Deckungsbeitrag, Image? Oder auch Selbstverwirklichung, Loyalität und innere Glaubenssätze. Und wie erfolgreich wird man sein, wenn man letztere unterordnet?

Dazu tritt die Frage nach dem sog. „Lerntypus“ des Teilnehmers oder Schülers. Eher haptisch (Handwerker bevorzugen keine langen Vorträge) oder visuell (Grafiken sind wichtiger als Texte) oder vielleicht doch auditiv (der Mensch kann sich logische Zusammenhänge über die Sprachmelodie einer Formel oder eines Merksatzes einprägen). Nach einem entsprechenden Kurztest zur Lerntypenerkennung nach Prof.  Wagner (DISG-Modell) und der gmeinsamen Zielverenbarung mit den Teilnehmern / Pädagogen vertiefen wir die Methodik und diskutieren die Didaktik aus praktischer Sicht, mit eigenen Übungen.

Fünf Elemente kooperativen Lernens

(nach Johnson, Johnson and Smith)

  1. Positive Interdependenz
  2. Verantwortung des einzelnen Teammitgliedes
  3. Kommunikative Interaktion
  4. Zweckentsprechende Anwendung von kooperativen Skills, das Treffen von Entscheidungen, Führungsrolle verschiedener Teammitglieder
  5. Prozeßgestaltung hinsichtlich des kooperativen Lernens (Gruppenziele, Gruppenevaluation, Selbstevaluation, Veränderungen im Team für eine effektivere Arbeit

Extrakt eines Interviews mit einem Teilnehmer aus Luxemburg: „…In der Schule gibt der Lehrer oft vor, wie etwas gelernt werden soll. Andere Lösungswege werden kaum zugelassen…Beim kooperativen Lernen dagegen, wird man selbst gefordert, etwas herauszufinden und man entdeckt neue Lösungswege. Dieses bereitet nicht nur sehr viel Freude, sondern gibt einem auch das Gefühl, wirklich gebraucht zu werden.“

Schlussfolgerung: Kein dogmatisches Lernen durch die Vorgabe eines Lösungsweges, sondern Herausbildung kognitiver Flexibilität durch eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten (encouraging higher order thinking skills). Quelle: Kerstin Lück, University of California (Präsentation für das Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg)

Mein bevorzugtes Format ist „Lernen durch Lehren“ nach J.P. Martin, in Verbindung mit suggestopädischen Elementen (Lernkonzert, Lernspiel, Lernplakate), bei dessen Umsetzung die Schüler/Teilnehmer selbst aktiv werden, um das Fachwissen zu rezipieren, den Lerntrasfer zu erarbeiten und den Inhalt der jeweils restlichen Gruppe vortragen. Aber auch „klassisches“ Videotraining mit hohem Selbsterfahrungsanteil und Outdoortraining stehen bei mir auf dem Zettel.

Hier ein Schnappschuss aus 1999. Videotraining mit Feedback für EDV-Techniker. Fallbeispiele aus der täglichen Kundenpraxis aus den Reihen der Teilnehmer mit gemeinsamer Auswertung. Der Dozent (ich in diesem Fall noch rank und schlank) fasst die Ergebnisse und somit die Lerninhalt nur noch als Mind-Map zusammen…

Möchten Sie von jahrzehtelanger Erfahrung in explorativer Metodik für Ihre pädagogische Praxis profitieren?

Rufen Sie mich an: 0170 479 20 77